Pilotprojekt in NRW

Spezialdrohne geht auf Einbrecher-Jagd

11.02.17 | Autor / Redakteur: Norbert Lossau* / Sebastian Gerstl

Die Drohne GUAV im Einsatz: Der Multicopter der Delbrücker Firma Globe UAV wird derzeit in einem Pilotprojekt Nordrhein-Westfalen auf seine Tauglichkeit zur Unterstützung der Polizei getestet.
Die Drohne GUAV im Einsatz: Der Multicopter der Delbrücker Firma Globe UAV wird derzeit in einem Pilotprojekt Nordrhein-Westfalen auf seine Tauglichkeit zur Unterstützung der Polizei getestet. (Bild: Globe UAV)

Drohnen liefern Pakete aus der Luft, werden für Filmaufnahmen eingesetzt oder dienen als Waffensysteme. Ob Multicopter sich auch zur Jagd von Einbrechern eignen, soll nun in einem Feldversuch getestet werden.

Bei der Polizei geht ein Notruf ein. In einem Einfamilienhaus wurde eingebrochen. Die Täter sind mit einem blauen Mercedes auf der Flucht. Sofort veranlasst ein Beamter den Start einer Drohne, die zum Tatort fliegt. Mit hochempfindlichen Nachtsichtkameras nimmt die Drohne die Verfolgung des verdächtigen Fahrzeugs auf und meldet fortwährend dessen aktuelle Position und Fahrtrichtung an die Zentrale. Einsatzkräfte der Polizei stoppen das Fluchtfahrzeug an einer geeigneten Stelle – zur Verblüffung der Täter, die von der kleinen, leisen Drohne in der Dunkelheit überhaupt nichts mitbekommen haben.

Was sich nach Science-Fiction oder allenfalls einer Geschichte aus den USA anhört, soll demnächst im Rahmen eines in Deutschland bislang einzigartigen Pilotversuchs Realität werden – im Ort Westenholz bei Paderborn. In dieser Region war es in der Vergangenheit immer wieder zu Häufungen von Einbrüchen gekommen.

Die speziell für den Einsatz in städtischer Bebauung optimierten Drohnen wurden von dem Delbrücker Unternehmen Globe UAV entwickelt. Anders als in dem geschilderten Szenario soll beim Westenholzer Projekt die Auslösung eines Alarms automatisch erfolgen.

Einsätze sind auch in der Nacht möglich

Dazu werden existierende Alarmanlagen von Privat- und Geschäftshäusern sowie Überwachungskameras in das System eingebunden. „Noch steht eine Genehmigung durch das Landesministerium für Inneres und Kommunales aus, bevor mit dem Pilotversuch begonnen werden kann“, sagt Mirko Kloppenburg, Vertriebsleiter bei Globe UAV.

Wird von einem der Sensoren Alarm ausgelöst, startet die Drohne sofort in Richtung des Alarmortes und nimmt die Beobachtung beziehungsweise Verfolgung auf – tags wie nachts. Die Flugzeit beträgt bei diesem Pilotprojekt bis zum jeweiligen Einsatzort maximal 90 Sekunden. Personen- und Fahrzeugbewegungen können mit den verschiedenen Kameras auch bei völliger Dunkelheit beobachtet werden.

Die Bilder werden zunächst auf das Smartphone des betroffenen Objekteigentümers überspielt, der dann die Entscheidung treffen muss, ob er die Polizei verständigen will oder es vielleicht doch ein Fehlalarm war. Auch die Polizei kann dann natürlich die Drohnenbilder in Echtzeit nutzen.

Der Aktionsradius der sogenannten GUAV8-Drohnen beträgt 30 Kilometer, wobei der Datenaustausch via LTE-Mobilfunknetz über das Internet erfolgt. In der Zentrale gibt es einen Piloten, von dem die Drohne ferngesteuert wird. Auch diese Kommunikation erfolgt über das LTE-Netz. Der Operator könnte sich grundsätzlich überall befinden, solange er einen Telefonanschluss hat.

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