1000 Personalleiter befragt

Digitalisierung: Kommt das große Jobabbau-Programm?

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Digitalisierung betrifft praktisch alle Firmen in Deutschland. Aber welche Auswirkungen hat das auf die Arbeitsplätze?
Die Digitalisierung betrifft praktisch alle Firmen in Deutschland. Aber welche Auswirkungen hat das auf die Arbeitsplätze? (Bild: Pixabay / CC0)

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Kein Unternehmen in Deutschland wird sich der Digitalisierung entziehen können. Trotzdem ist die Gefahr, dass in großem Stil Stellen wegrationalisiert werden, nicht sehr ausgeprägt. Eher sieht man man in der Digitalisierung eine Chance für neue Geschäftsmodelle und Wachstum.

In irgendeiner Form sind alle Unternehmen in Deutschland von der Digitalisierung betroffen. Lediglich zwei % der vom ifo Institut gemeinsam mit Randstad befragten Personalleiter sagten, dass die Digitalisierung überhaupt keine Rolle in ihrem Unternehmen spielt. 51 % der Firmen gaben sogar an, „stark“ bis „sehr stark“ betroffen zu sein. Der Einfluss der Digitalisierung nimmt mit steigender Größe der Unternehmen zu.

Unterschiede gibt es auch nach Branchen: Der Anteil der Unternehmen, den die Digitalisierung „stark“ bis „sehr stark“ betrifft, liegt in der Industrie bei 42 %, im Handel bei 55 % und in den Dienstleistungsbereichen bei 56 %.

Personalbestand soll eher wachsen

Die Digitalisierung hält die Unternehmen offenbar nicht vom Beschäftigungsaufbau ab: Über alle Sektoren hinweg gehen 73 % aller Personalleiter in Unternehmen, die „stark“ oder „sehr stark“ von der Digitalisierung betroffen sind, von einem wachsenden Personalstand in den nächsten fünf Jahren aus.

Eher zurückhaltend zeigt sich der allerdings der Handel. Dort liegt der entsprechende Wert bei 61 %. Im Verarbeitenden Gewerbe rechnen 72 % der Personalleiter in „stark“ bis „sehr stark“ von der Digitalisierung betroffenen Unternehmen mit einem wachsenden Personalstand in den nächsten fünf Jahren. Im Dienstleistungssektor sind es 80 %.

Dass die Erwartungen an die Beschäftigungseffekte der Digitalisierung im Handel und Dienstleistungssektor derart stark auseinander gehen, ist laut Ifo/Randstad bemerkenswert, da beide Sektoren ähnlich stark von der Digitalisierung betroffen sind. Insbesondere die Dienstleister scheinen in der Digitalisierung mehr Chancen durch neue Geschäftsmodelle als „Wegrationalisierungs“–Risiken zu sehen.

Gut vorbereitet für die Digitalisierung

Die überwiegende Mehrheit der Personaler (60 %) sieht ihre eigenen Leute „gut“ auf die Digitalisierung vorbereitet, drei % halten ihre Angestellten sogar für „sehr gut“ vorbereitet. Gleichzeitig geben jedoch 35 % an, dass ihr Personal „weniger gut“ auf die Digitalisierung eingestellt ist, vier % sogar „eher schlecht“. Auch hier sind die Personaler bei den Dienstleistern am optimistischsten: Ihre Mitarbeiter „gut“ und „sehr gut“ vorbereitet halten hier 70 %, in der Industrie und im Handel nur jeweils 54 %.

Über alle Sektoren hinweg ist die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das am stärksten genutzte Mittel. 94 % der Unternehmen bereiten auf diesem Weg ihre Beschäftigten vor. Allerdings stufen unter diesen 94 % nur 58 % die Weiterbildung als „wichtige“ oder „sehr wichtige“ Maßnahme ein.

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