03. August 1977

Der weltweit erste Laden-PC: 40 Jahre TRS-80

| Autor: Sebastian Gerstl

Der TRS-80 Model 1 war am 3. August 1977 der erste Computer, den Heimanwender bereits voll zusammengebaut in einem Ladengschäft einkaufen konnten.
Der TRS-80 Model 1 war am 3. August 1977 der erste Computer, den Heimanwender bereits voll zusammengebaut in einem Ladengschäft einkaufen konnten. (Bild: Radio Shack Tandy TRS-80 Model I System / By Dave Jones (EEVblog), via Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0)

Obwohl auf Funk- und Radiobedarf spezialisiert, beschließt die zur Tandy Corporation zugehörige Elektronikkette Radio Shack 1977, einen eigenen kompletten Computer für Heimanwender zu präsentieren. Gelegentlich zwar als „Schrott” verspottet, ist der TRS-80 für viele der erste eigene Computer - und Teil der Initialzündung für den PC-Markt.

Der TRS-80 Model 1, im Volksmund aufgrund einiger technischer Mängel auch gerne als "Trash-80" verspottet. Dank eines fest etablierten Distributionskanals mauserte sich der Heimcomputer, eines der ersten Komplettsysteme seiner Art, dennoch zum Verkaufsschlager.
Der TRS-80 Model 1, im Volksmund aufgrund einiger technischer Mängel auch gerne als "Trash-80" verspottet. Dank eines fest etablierten Distributionskanals mauserte sich der Heimcomputer, eines der ersten Komplettsysteme seiner Art, dennoch zum Verkaufsschlager. (Bild: TRS-80 Model I - Rechnermuseum Cropped / Flominator / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

Mit mehr als 3000 Ladengeschäften im ganzen Land war die Elektronikkette Radio Shack – ein Unternehmen der ursprünglich auf Lederwaren spezialisierten Tandy Corporation – Mitte der 70er Jahre einer der erfolgreichsten Elektronikhändler der USA. Das Hauptgeschäft des Unternehmens lag dabei im Handel mit Funk- und Radioausrüstung, doch auch Elektronikbastler wussten das Angebot der Kette sehr zu schätzen.

Inspiriert vom Erscheinen des Bausatzrechners Altair 8800 beschloss das Unternehmen, einen eigenen Heimcomputer zu entwickeln, und holte sich hierzu den Entwickler Steve Leininger an Bord, einen Angestellten bei National Semiconductor. Um den Computer an eine breitere Masse anbieten zu können – Leininger war der Ansicht, dass zu viele Leute nicht selber löten können – beschloss man, den Computer primär als ein vorgefertigtes Produkt anzubieten.

Der Name TRS-80 leitet sich aus dem Unternehmen (Tandy Radio Shack) und dem verwendeten Prozessor ab, einem auf 1,774 MHz getakteten Zilog Z80. Im Laufe der Jahre erschien eine Reihe aktualisierter Versionen des Computers. Rückwirkend ist der ursprüngliche Heimcomputer, der ab dem 3. August 1977 in den RadioShack-Regalen stand, daher als der TRS-80 Model 1 bekannt.

Diese Version des Computers wurde im Volksmund auch gerne als „Trash-80” bezeichnet. Das lag an einigen qualitativen Mängeln, die diese erste Variante mit sich brachte. Neben einem Keyboard mit zu elastischem Anschlag, der schnell zu versehentlichen Mehrfacheingaben führte, und einer relativ schlechten, flimmernden Grafikausgabe war die fehlende Abschirmung des Rechners ein besonderes Kuriosum. Der Betrieb des TRS-80 Model 1 störte Fernseher und Funkfrequenzen, was findige Softwareprogrammierer auch für sich auszunutzen verstanden: mit einem neben dem Computer platzierten Radio konnten Soundeffekte produziert werden - obwohl der Rechner über keinen internen Lautsprecher verfügte.

Trotz all dieser Macken fand der Rechner auch in der Fachpresse bei Erscheinen regen Zuspruch. Das lag nicht zuletzt daran, dass Tandy bzw. RadioShack mit seiner eigenen Ladenkette über einen bereits fest etablierten und bekannten Distributionskanal im ganzen Land verfügte: Wer einen Computer haben wollte wusste ganz genau, in welchen Laden er dafür gehen musste. Die Konkurrenz war dagegen anfangs noch komplett aufs Katalog- und Direktbestellungsgeschäft angewiesen. In Deutschland verlief der Verkauf dagegen vergleichsweise schleppend, da Tandy-Geschäfte sich erst spät etablierten und hierzulande auch nicht lange existierten; ab 1985 wurden sämtliche Läden der Kette in Deutschland wieder geschlossen.

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