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Bunte Kunststoff-Klötzchen als Langzeitwaffe gegen Fachkräftemangel

| Autor / Redakteur: Inka Daubner * / David Franz

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(Bild: Hands on Technology, flickr)

Deutschland ist für die Qualität seiner Ingenieure bekannt. Dennoch gibt es bei der Rekrutierung qualifizierten Nachwuchses, gerade wegen der durch den Bologna-Prozess nicht erfüllten Hoffnungen, zunehmend Probleme. Wie ein Robotikwettbewerb für Kinder die MINT-Zukunft sichern will, erfahren Sie hier.

Das Hochschul-Informationssystems (HIS) verzeichnet zwar einen Anstieg bei Studenten der technischen Fächer, gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Studienabbrecher; auch die Auslandsaufenthalte sind rückläufig. Letztlich funktioniert das Bachelor-System zwar im Bereich der Fachhochschulen, aber von den Absolventen Technischer Hochschulen erwartet man überwiegend den Master.

Hier bestehen Lücken, die die Unternehmen spüren: Einem Unternehmensbarometer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge können 37 % der Firmen offene Stellen zwei Monate oder länger nicht besetzen; händeringend sucht man besonders in technikorientierten Branchen wie Fahrzeugbau und Elektrotechnik.

Neben der Notwendigkeit einer Reform der Reform lautet das Fazit: Bei der Förderung der MINT-Fächer muss früher und effektiver angesetzt werden: Wo kein MINT-Fach Schulabsolvent, da kein Student des Ingenieurwesens.

Die Qualifikation der Schulabgänger muss besser werden

Zahlreiche Förderprogramme sind in Folge dieser Erkenntnis gestartet worden, aber an vielen Stellen muss sich etwas ändern, um die Qualifikation der Schulabgänger zu verbessern: 2007 attestierten vier von fünf Professoren in einer Hochschulumfrage des VDE den Abiturienten deutliche und zunehmende Defizite in Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch. Die hohe Abbrecherquote der Studenten des Ingenieurwesens von 50% an Unis und 40% an FHs nach durchschnittlich drei Semestern wurde hierauf zurückgeführt.

Die Politik reagierte in der Zwischenzeit mit der Einführung der Förderung von Technikunterreicht, doch auch hier klaffen Wunsch und Wirklichkeit auseinander.

Gleichzeitig werden die Unternehmen selbst tätig: 52 % der befragten DIHK Firmen kündigten an, verstärkt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen und ihre Ausbildungsangebote auszuweiten.

Die Motivation entscheidet über den Erfolg

Angebote sind notwendige Voraussetzungen; hinreichend für den Erfolg der Maßnahmen ist aber die Motivation, denn nur Motivierte lernen gern und leicht.

Technik an sich kann schon begeistern, vor allem, wenn man spielerisch herangeführt wird. Gerade die heutige Generation von Kindern und Jugendlichen ist vertrauter mit Technik als eine jede vorherige. Fremdworte wie app und download und Geräte mit Äpfelaufdrucken (jeder weiß: sie dienen mehr als der Fruchtsaftgewinnung) gehören zu ihrem Alltag. Genau das ist die Krux: zu Alltägliches wird uninteressant.

Tatsächlich ist der Umgang mit Technik also geprägt von Ferne. So beschreibt es die deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech im Monitoringbericht von Motivationskonzepten für den Techniknachwuchs (MoMoTech) vom April 2011. Technik wird durch den als selbstverständlich angesehenen Umgang als Konsumgut angesehen, nicht als Objekt, das Interesse und Neugierde weckt. Es ist keine Technikfeindlichkeit, sondern eher eine Gleichgültigkeit durch ständige Präsenz, die Kinder und Jugendliche heute erfahren.

Daher gilt: Technikbildung muss so früh wie möglich, am besten schon im Elternhaus und Kindergarten beginnen und kontinuierlich über alle Bildungsphasen altersgerecht gefördert werden. Das Interesse muss geweckt und erhalten bleiben. Ein gut konzipierter und didaktisch strukturierter Technikunterricht fördert nachweislich das Interesse an Technik und an einzelnen Technologien.

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sorry- wenn die Fähigkeit, einen download zu starten oder ein app anzutippen schon ausreicht, um...  lesen
posted am 11.06.2012 um 11:19 von Unregistriert


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