Stundensätze stagnieren

Hat IT-/Engineering-Freiberufler der Mut verlassen

19.03.12 | Redakteur: Margit Kuther

Stefan Symanek: „Die Stundensätze von Freiberuflern in IT und Engineering stagnieren derzeit.“ (Bild: GULP)
Stefan Symanek: „Die Stundensätze von Freiberuflern in IT und Engineering stagnieren derzeit.“ (Bild: GULP)

Die Stundensätze für Freiberufler in IT und Engineering stagnieren, so die Stundensatz-Auswertung Februar 2012 von GULP. Das derzeitige, durchschnittliche Stundenhonorar betägt derzeit 73 Euro.

Die 73-Euro-Stundenhonorar sind genauso viel wie bei der letzten GULP-Stundensatz-Auswertung im August 2011 – aber ein Euro mehr als vor einem Jahr, so die Projektbörse und Personalagentur für IT und Engineering, GULP.

Ein Blick nach Österreich und die Schweiz

Während IT-/Engineering-Freelancer in Deutschland im Schnitt 73 Euro pro Stunde fordern, sind es in Österreich drei Euro mehr (76 Euro) und in der Schweiz 19 Euro mehr (92 Euro). Somit fordern österreichische Selbstständige einen, schweizerische zwei Euro mehr als noch im August 2011.

Stagnation, aber dennoch gute Aussichten

Schon einmal stagnierten die Stundensätze – und zwar wirtschaftskrisenbedingt in den Jahren 2008 und 2009. Diesmal stehen die Vorzeichen aber wohl besser. Der GULP-IT-Projektmarktindex hat einen äußerst positiven Jahresbeginn vorgelegt. Im Januar wurden insgesamt 15.056 Projektanfragen an IT-/Engineering-Selbstständige zugestellt – das war der beste Januarwert überhaupt in der Geschichte von GULP.

„Der Februar bescherte dem IT-Projektmarktindex mit 15.686 Anfragen außerdem ein neues Rekordergebnis“, so Stefan Symanek, Marketing-Leiter von GULP. „Er übertraf mit einem Plus von 4,2 Prozent gegenüber Januar alle noch so optimistischen Prognosen. Es bleibt abzuwarten, ob dieser positive Impuls weiter an Intensität gewinnen kann.“

Gezahlte Stundensätze sind 2011 gestiegen

Forderungen schön und gut – doch was landet im Geldbeutel der Freelancer? In die Liste Stundensätze in der Praxis auf der Site von GULP tragen Freiberufler ihre tatsächlich erzielten Honorare pro Projekt ein – also den Betrag, zu dem der Vertrag geschlossen wurde.

Hier wird ersichtlich, dass die Projektanbieter im Jahr 2011 durchaus bereit waren, gute Leistung entsprechend zu honorieren. Im Schnitt landeten 2011 72 Euro im Portemonnaie der Freelancer – und damit zwei Euro mehr als 2010. Das ist der größte Sprung seit Jahren.

Dies fodern Projektleiter, Admins & Co.

Die Projektleiter führen das Feld unangefochten an: Sie fordern im Schnitt 81 Euro pro Stunde – das sind acht Euro mehr als der Durchschnitt und ganze 22 Euro mehr als die Schlusslichter, die Admins, verlangen. Neben den Projektleitern haben sich auch die Berater (77 Euro), die Software-Entwickler (68 Euro) und die Qualitätssicherungsexperten (67 Euro) im letzten halben Jahr nicht bewegt.

„Die Software-Entwickler sind die anteilsmäßig größte Gruppe in der GULP Profiledatenbank. Ihre Stagnation bei 68 Euro hat demzufolge auch den größten Einfluss auf den unveränderten allgemeinen Durchschnitt“, ergänzt Symanek von GULP.

Honorare nach Alter: Nur Mut!

Die geforderten Honorare unterschieden sich auch je nach Lebensalter: Am Stundensatz-Maximum kommen Selbstständige zwischen 45 und 49 Jahren an – sie fordern 76 Euro (2007: 71 Euro). Dicht gefolgt von den 40- bis 44-Jährigen und den 50- bis 55-Jährigen, die jeweils 75 Euro verlangen (2007: 71 bzw. 69 Euro). Das Schlusslicht bilden die Jüngeren: Selbstständige unter 35 Jahren fordern aktuell im Schnitt nur 63 Euro – aber immerhin vier Euro mehr als vor fünf Jahren.

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