Das Boundary-Scan-Testsystem JULIET im Praxiseinsatz

07.02.13 | Autor / Redakteur: Mario Berger * / Franz Graser

Scheidt & Bachmann in Mönchengladbach: Das Unternehmen entwickelt unter anderem Lösungen für Parkhaus- und Freizeitanlagen, Signaltechnik, Fahrgeldmanagement und Tankstellen.
Scheidt & Bachmann in Mönchengladbach: Das Unternehmen entwickelt unter anderem Lösungen für Parkhaus- und Freizeitanlagen, Signaltechnik, Fahrgeldmanagement und Tankstellen. (Bild: GÖPEL electronic)

Die Funktionssicherheit elektronischer Baugruppen stellt hohe Anforderungen an die angewandten Testtechniken. Boundary Scan ist hier mehr als nur eine Ergänzung zu herkömmlichen Verfahren.

Jeder Autofahrer ist ihnen begegnet oder hatte bereits mit ihnen zu tun: Systeme für Parkhäuser oder Tankstellen. Die meisten Verkehrsteilnehmer wissen aber oftmals nicht, welche Herstellerfirma dahinter steht. Seit 1872 gibt es mittlerweile das Unternehmen Scheidt & Bachmann – heute bereits in der fünften Generation. Das Unternehmen mit Sitz in Mönchengladbach hat derzeit etwa 2.000 Angestellte, 24 Tochtergesellschaften und rund 50 Partner in der ganzen Welt. In den vier weitgehend eigenständigen Geschäftsbereichen werden Systeme für Parkhaus- und Freizeitanlagen, Signaltechnik, Fahrgeldmanagement und Tankstellen entwickelt, produziert und vertrieben.

Scheidt & Bachmann verfolgt konsequent seine Stärken und leitet systematisch Innovationsprozesse ein. Nicht zuletzt deshalb zählt Scheidt & Bachmann in allen seinen Produktbereichen zu den Marktführern – in Europa und weltweit. Doch wie wird man Marktführer in diesem Segment? In erster Linie aufgrund der entsprechenden Qualifikation der Mitarbeiter, hochentwickelter Produktionstechnik und der damit einhergehenden hohen Qualität, welche die Produkte des Unternehmens auszeichnet.

Ergänzendes zum Thema
Das Testsystem JULIET

Die Sicherstellung dieser Qualität ist seit jeher ein entscheidender Anspruch, den sich die Testingenieure bei Scheidt & Bachmann auf die Fahnen geschrieben haben. Vor allem die Funktionssicherheit der eingesetzten elektronischen Baugruppen stellt hohe Anforderungen an die angewandten Testtechnologien.

Die Anforderungen an ein Prüfsystem zur Qualitätssicherung

Traditionell wurde vor allem der Klassiker, sprich der In-Circuit-Test (ICT), eingesetzt. Allerdings ergaben sich schon seit längerem aufgrund der zunehmenden Komplexität der Baugruppen Probleme beim Testzugriff, gepaart mit hohen Kosten für die einzusetzenden Nadelbettadapter.

Daher nahm man schon vor einigen Jahren als mögliche Alternative oder Ergänzung die Boundary-Scan-Technologie genauer unter die Lupe − und setzte sie schließlich ein. Das gewählte Boundary-Scan-System leistet dabei viele Jahre gute Dienste, wobei die Fehlerlokalisierung und aufwändige Programmierung (ohne Modellbibliothek), die ausschließlich von der Entwicklung vorgenommen wurde, Verbesserungspotenzial hatten. Dies und die Tatsache, dass neue Standards eine völlige Neuanschaffung von Hardware nach sich gezogen hätte, veranlasste die Mitarbeiter von Scheidt & Bachmann dazu, die Fühler nach möglichen Alternativen auszustrecken.

Auf dem Symposium „best-of-processing“ in Mönchengladbach im Jahr 2008 wurde der bereits bestehende Kontakt zur Jenaer Firma GÖPEL electronic vertieft. GÖPEL electronic war den Ingenieuren bei Scheidt & Bachmann als technologisch führender Hersteller von Boundary Scan schon lange ein Begriff.

Forderung: Ähnliche Bedienbarkeit wie In-Circuit-Tester

So lud man Mitarbeiter aus Jena an den Niederrhein nach Mönchengladbach ein und besprach miteinander die Zielstellung, eine konkrete zukunftsorientierte Teststrategie zu entwickeln, welche auf die kommenden 10 Jahre ausgelegt war. Dabei wurden der Ist-Zustand untersucht und die konkreten Vorstellungen in punkto Qualitätssicherung definiert.

Als zentrale Anforderung an das neue Prüfkonzept bestand die Notwendigkeit, die komplette Einbindung einer Boundary-Scan-Lösung in die „Scheidt & Bachmann-Welt“ zu gewährleisten. Dies betraf vor allem den Datenfluss, der vollautomatisiert über direkte Datenbankzugriffe erfolgen muss, eine ähnliche oder vergleichbare Bedienbarkeit wie beim bisher eingesetzten ICT, sowie idealerweise die Fehlerdarstellung im Layout der Leiterplatte, um eine rasche Fehlerlokalisierung für jedermann zu ermöglichen. Zudem bestand der Wunsch, „das Prüffeld in die Lage zu versetzen, selbstständig Prüfprogramme zu warten und zu erweitern, ohne die Entwicklungsabteilungen bemühen zu müssen.“, erklärt Andreas Schemura, Testentwickler bei Scheidt & Bachmann. „In einem Punkt waren wir uns sicher: Nämlich darin, dass Boundary Scan der richtige Weg für die nächsten zehn Jahre ist.“

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