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Reverse Engineering beim Baugruppentest

Fehlende Boardinformationen wieder zurück gewinnen

 

29.04.2009 | Autor: Bernd Hauptmann*

 

Den Schaltplan zurückgewinnen

Pilot V8 mit Paralleltest von zwei gleichen Baugruppen (Testzugriff jeweils von einer Seite) Soll nur das UUT getestet werden, müssen nur auf einer Seite die Zielkoordinaten eingelernt werden. Das geschieht unter der Voraussetzung, dass alle Knoten von einer Seite zu erreichen sind. Soll hingegen der Schaltplan zurückgewonnen werden, müssen alle XY-Koordinaten von TPs, Vias, Pads und Pins auf beiden Seiten des UUT erfasst werden. Anschließend müssen die GND TP manuell für das Testprogramm deklariert werden.
Jetzt kann der Netlist-Learning-Prozess am Flying Prober gestartet werden, um einen eindeutigen Netznamen für jeden Zielpunkt zuzuordnen und einen einzigen TP für jeden elektrischen Knoten festzulegen. Während des Netlist Learning führt der Tester folgende Operationen durch: Autodebug und anschließend die FNODE-Algorithmen an jeden einzelnen eingelernten Zielpunkt. Danach werden verschiedene Gruppen gebildet, welche die identische Signatur haben.
Anschließend werden einzelne Durchgangstests für jedes Zielpaar innerhalb der Gruppe gemacht, um sicher zu stellen, dass sie zum gleichen Netz gehören oder nicht. Nach dem Netlist-Learning-Prozess haben alle Ziele im selben Netz den gleichen Netznamen und ein TP pro Netz wird für die nächste Testoperation festgelegt.

Ergänzendes zum Thema

 + Reverse Engineering mit dem Flying Prober

Flying Prober sind flexible Werkzeuge, um Baugruppen zu testen und sie ermöglichen ein Reverse Engineering for Test. Um das zu erreichen, benötigen die ...

Die Informationen für die Komponenten ermitteln

Baugruppe mit Kabelanschluss für PWMON und Funktionstest Nun kann mit den netzorientierten Testmethoden wie FNODE und PWMON begonnen werden, da die XY-Koordinaten für alle Zielkoordinaten und die Netzliste des Prüflings vorliegen. Es fehlen noch die Komponenteninformationen. Mit dem FNODE-Autodebug wird die analoge Signatur an allen TPs (einen für jedes Netz) mit der FNODE-Methode erlernt. Anschließend werden mit dem FNODE-Run-Verfahren mögliche Kurzschlüsse und analoge Fehler am Prüfling detektiert.
Jetzt kann zum digitalen Teil des Tests übergegangen werden. Nachdem am Prüfling die GND- und VCC-Eingänge identifiziert sind, kann ein Kabel mit den Versorgungs-Spannungen angeschlossen und die PWMON-Algorithmen gestartet werden, um mögliche digitale Fehler an den ICs zu detektieren.

Stückliste und Schaltplan rekonstruieren

Falls nur nach Reverse Engineering for Test getestet werden sollte, wäre der Test hier abgeschlossen. Oft wird noch eine Stückliste und der Schaltplan benötigt. Dazu werden manuell die Komponenten in das Testprogramm eingegeben. Ist die Stückliste einmal eingegeben, kann der Tester die CAD-Daten in ein EDIF-200-Format exportieren, woraus von einer speziellen Software die Schaltpläne generiert und ausgedruckt werden können.
*Bernd Hauptmann ist Geschäftsführer bei Seica Deutschland in Benediktbeuern.
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Redakteur: Hendrik Härter
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