Pariser Luftfahrtschau 2017

Drohnen, Überschall, Elektro: Wohin steuert die Luftfahrtbranche?

18.06.17 | Autor / Redakteur: Steffen Weyer, dpa-AFX, und Sebastian Kunigkeit, dpa / Sebastian Gerstl

Die Airbus Group beteiligt sich an der Entwicklung eines Überschall-Flugzeugs. Dafür will der Konzern mit der US-amerikanischen Aerion Corporation zusammenarbeiten. Bis 2021 soll das Flugzeug zertifiziert werden; als Ziel für einen Erstflug ist vorsichtig ein Zeitraum bis 2019 angepeilt.
Die Airbus Group beteiligt sich an der Entwicklung eines Überschall-Flugzeugs. Dafür will der Konzern mit der US-amerikanischen Aerion Corporation zusammenarbeiten. Bis 2021 soll das Flugzeug zertifiziert werden; als Ziel für einen Erstflug ist vorsichtig ein Zeitraum bis 2019 angepeilt. (Bild: Aerion Corporation)

Nach einem mehrjährigen Boom war bei Flugzeugbestellungen zuletzt eher Flaute angesagt. Krisenstimmung herrscht in der Branche trotzdem nicht: Technologien wie automatisierte Drohnen, Elektroantriebe und neue Vorstöße im Überschallbereich versprechen einen Auftrieb.

Vor einem der wichtigsten Branchentreffen der Flugzeugindustrie schraubt Airbus vorsorglich die Erwartungen runter. „Wir werden wahrscheinlich nicht das Rekord-Niveau an Bestellungen der vorherigen Messen erreichen“, sagt Fabrice Brégier, der Zivilflugzeug-Chef des europäischen Großkonzerns. Anders als der amerikanische Erzrivale Boeing habe Airbus für die am Montag (19. Juni) beginnende Pariser Luftfahrtschau keine neue Flugzeugvariante im Gepäck, erklärt Brégier im Interview der französischen Wirtschaftszeitung „Les Echos“.

Der Zweikampf der beiden Großkonzerne prägt den Markt für Lang- und Mittelstreckenjets seit Langem. Doch andere Anbieter wollen versuchen, diese Dominanz aufzubrechen - und neue Technologien bieten auch ganz anderen Akteuren neue Spielwiesen. Was die Luftfahrtindustrie heute bewegt und wo die Zukunft liegen könnte:

Neue Konkurrenz aus dem Osten

Chinesen und Russen stehen mit neuen Modellen in den Startlöchern, mit modernen Antrieben aus dem Westen. Nach jahrelangen Ankündigungen hoben der chinesische Mittelstreckenjet C919 von Comac und die ähnlich große MS-21 von Irkut gerade zu ihren Jungfernflügen ab. Beide Flieger konkurrieren mit dem Airbus A320 und der Boeing 737 - der Flugzeugklasse mit einem Mittelgang und drei Sitzen auf jeder Seite, die den Löwenanteil des Marktes ausmacht.

Airbus-Verkaufschef John Leahy nimmt vor allem die Chinesen ernst. Sie stellten heute zwar keine Bedrohung dar: „Aber in 20 Jahren werden sie zu den weltgrößten Flugzeugherstellern gehören.“

Durchhänger im Markt?

Dem Flugzeugmarkt fehlt derzeit etwas die Puste. Nach einem mehrjährigen Boom sank bei Airbus und Boeing die Zahl der Neubestellungen in den letzten beiden Jahren deutlich. Während die Europäer 2014 noch ihr zweitbestes Jahr feierten und netto 1456 Neubestellungen erhielten, waren es im vergangenen Jahr nur 731.

Allerdings sind sich die Hersteller sicher, dass der Luftverkehr langfristig weiter kräftig wächst - und damit auch Flugzeuge gebraucht werden. Zudem sitzt Airbus auf einem Berg von mehr als 6700 Bestellungen, die erst einmal abgearbeitet werden müssen. Auch 2016 kamen noch mehr neue Aufträge rein, als Maschinen das Werk verließen.

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