Umweltschutz

Londoner Bürgermeister will Stinkertaxis verbieten

27.01.14 | Redakteur: Thomas Kuther

Das Metrocab von Frazer-Nash: Dank Elektroantrieb darf es auch 2018 noch in der Londoner Innenstadt fahren.
Das Metrocab von Frazer-Nash: Dank Elektroantrieb darf es auch 2018 noch in der Londoner Innenstadt fahren. (Bild: Frazer-Nash)

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson will ab 2018 nur noch Taxis zulassen, die emissionsfrei fahren können. Martyn Briggs, Mobility Programme Manager bei Frost & Sullivan in London kommentiert diese Pläne.

„Mit der Ankündigung, ab 2018 nur noch Fahrzeuge mit Nullemissionstechnologie für die Lonodoner so genannten Black Cabs zuzulassen, löste Londons Bürgermeister Boris Johnson Mitte Januar eine Schockwelle aus. Mit diesem Plan gibt er jedoch eine klare Richtung für die Industrie und die Behörden weltweit vor: die Luftverschmutzung muss ernst genommen werden. Eine Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern kann dabei zu dem Ziel beitragen, Nullemissionswerte in der städtischen Mobilität in Groß- und Megastädten wie London schneller zu erreichen.

Emissionsfreier Stadtverkehr ist angesagt

Frost & Sullivan geht davon aus, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren von anderen Großstädten weltweit übernommen werden wird, entweder besondere Taxi-Programme umzusetzen oder nur noch emissionsarme Fahrzeuge für die Branche zuzulassen.

Die meisten Taxifahrten beginnen oder enden in der Innenstadt

Johnsons Ankündigung hat sicherlich für Aufsehen unter den Fahrern, Politikern als auch Kommentatoren gesorgt, dennoch war dies seit geraumer Zeit absehbar. In London gibt es mehr als 22.000 zugelassene Fahrzeuge der so genannten „Black Cabs“, und ihr ikonenhaftes Design, ihre Qualität also auch ihre Präsenz und leichte Zugänglichkeit sind weltbekannt. Doch 88 Prozent der Taxifahrten in London beginnen bzw. enden im Innenstadtbereich, und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von neun Meilen/Stunde tragen die schwarzen Taxis wesentlich zur Luftverschmutzung in der englischen Hauptstadt bei. Dies steht im Widerspruch zum Ziel des Londoner Bürgermeisters, aus der Hauptstadt die erste britische Stadt mit ultraniedrigen Emissionswerten zu machen.

Taxis verursachen mehr als 30% der Dieselemissionen

Die Behörde „Transport for London (TfL)“ schätzt, dass rund 30 bis 35 Prozent der am meisten belastenden Dieselemissionen (PM10) im Londoner Innenstadtbereich allein von den Taxis herrührt. Verschiedene der größten Automobilhersteller haben jedoch bereits Nullemissionsfahrzeuge entwickelt, und so besteht hier die pionierhafte Möglichkeit, die gesundheitsschädlichen Feinstaubwerte in Großstädten drastisch zu verringern. Und genau das hat Johnson in London vor.

Die Autoindustrie muss mitspielen

Ein solches Ziel kann jedoch nur erreicht werden, wenn die Industrie auch tatsächlich in der Lage ist, dieses technologisch umsetzen zu können. Und so hat Boris Johnson seinen Plan zu einem Zeitpunkt verkündet, zu dem fünf große Autohersteller sich das Ziel gesetzt haben, ihre Nullemissionslösungen bis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu entwickeln, nämlich Karsan, Frazer Nash/Ecotive, Nissan, Mercedes Benz, und natürlich auch die London Taxi Company.

Die Luft in London soll sauber werden

Damit verleiht die britische Hauptstadt wieder einmal ihrem Wunsch Ausdruck, als Pionier im Taximarkt angesehen zu werden. Die Stadt verspricht, nicht nur die allgemein hohen Standards für Kunden weiterhin aufrecht zu erhalten, sondern fügt diesen nun noch das Versprechen hinzu, die Luftverschmutzung zu bekämpfen.

Man kann davon ausgehen, dass dieser Trend auch für andere Städte sowohl im Vereinigten Königreich als auch der ganzen Welt wegweisend sein wird. Und London kann sich den Titel als Initiator für eine neue Welle der urbanen Nullemissionsmobilität im Taximarkt auf die Fahne schreiben.

Weitere Autohersteller werden folgen

Neben den bereits genannten fünf Herstellern erwartet Frost & Sullivan noch weitere Zugänge im Markt, die sich die Möglichkeit beim Mitwirken an städteweiten Taxiprogrammen nicht entgehen lassen wollen. Der Taxi-Transport bietet eine hervorragende Möglichkeit, seine Fahrzeuge und die damit verbundenen Nullemissionstechnologien zu präsentieren, und zwar in den strategisch wichtigsten Megacities der Welt, wie London.“

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