Aktuelle Marktstudie

Rund 16.000 Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen

02.08.13 | Redakteur: Thomas Kuther

Ein ZSW-Mitarbeiter lädt ein Elektro-Auto am Solar-Carport auf
Ein ZSW-Mitarbeiter lädt ein Elektro-Auto am Solar-Carport auf (Bild: ZSW)

Auf deutschen Straßen sind mehr Elektrofahrzeuge unterwegs als häufig angenommen. Das ist ein Resultat einer aktuellen Untersuchung von ZSW und DFKI – und keineswegs die einzige Überraschung.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben die Marktentwicklung von Elektrofahrzeugen in Deutschland analysiert, deren Energieverbrauch errechnet und einen internationalen Vergleich angestellt – mit teils unerwarteten Ergebnissen.

Meist werden nur die Pkw gezählt

Auf deutschen Straßen sind mehr Elektrofahrzeuge unterwegs als häufig angenommen – das ist ein Resultat der aktuellen Untersuchung von ZSW und DFKI mit dem Titel „Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland im internationalen Vergleich und Analysen zum Stromverbrauch“.

Während in der öffentlichen Debatte zumeist nur die Anzahl der Elektro-Pkw im Fokus steht, haben die Forscher der beiden Institute auch Nutzfahrzeuge und Krafträder in die Bilanz aufgenommen. Dabei zeigt sich, dass Elektro-Pkw nur etwa die Hälfte aller in Deutschland zugelassenen E-Fahrzeuge ausmachen.

Die Energiewende im Verkehrssektor kann gelingen

Die Gesamtzahl der Elektrofahrzeuge belief sich zu Beginn dieses Jahres auf 15.850. Darin enthalten sind neben den rein elektrisch betriebenen Pkw (ca. 7110) auch Plug-In-Hybride (ca. 1120), Krafträder (ca. 4.650) sowie Lastwagen und Busse (ca. 2960). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Bestand damit um 78% gestiegen. „Der deutliche Zuwachs spiegelt die typische Einstiegsdynamik einer noch jungen, aber vielversprechenden Technologie wieder. Wenn es gelingt, diese Dynamik in den kommenden Jahren aufrecht zu erhalten, dann kann auch die Energiewende im Verkehrssektor gelingen“, erklärt Benjamin Schott, einer der Autoren des Papiers.

Weltweit gibt es mehr als 200.000 E-Fahrzeuge

Für die deutsche Automobilindustrie seien indes nicht nur die hiesigen Zuwachsraten entscheidend, sondern vielmehr auch die internationale Marktentwicklung, so Schott weiter. Der weltweite Bestand an E-Fahrzeugen habe nunmehr die Marke von 200.000 erreicht. Dies zeige, dass die internationale Nachfrage steigt. „Von diesem Trend kann auch Deutschlands Exportwirtschaft profitieren, sofern hierzulande weiter in die Entwicklung der Elektromobilität investiert wird“, erläutertt der ZSW-Wissenschaftler.

USA und Japan haben die Nase vorn

Dominiert wird der Markt bislang klar von Herstellern und Modellen aus den USA sowie Japan, wie aus der Analyse hervorgeht. In diesen beiden Ländern sind zugleich die – rein zahlenmäßig – meisten Elektrofahrzeuge und Neuzulassungen zu verzeichnen, während Norwegen und die Niederlande bei den prozentualen Anteilen Spitzenwerte erreichen.

Energieverbrauch der E-Mobile könnte 2020 problemlos aus erneuerbaren Energien gedeckt werden

Errechnet haben die Wissenschaftler zudem den Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen: Im Jahr 2012 haben diese insgesamt knapp 87 Mio. kWh verbraucht – so viel wie ungefähr 25.000 deutsche Durchschnittshaushalte. Für 2020 könnte nach den Schätzungen der Wissenschaftler der Verbrauch elektrischer Energie im Verkehr auf rund 3,24 Mrd. kWh ansteigen, wenn bis dahin das politische Ziel von 1 Mio. zugelassener Elektro-Autos erfüllt sein wird.

Die jährliche Laufleistung privater und gewerblicher Fahrzeuge, deren Verbrauchswerte sowie weitere Daten dienten als Grundlage für diese Prognose. Gemessen am gesamten deutschen Verbrauch, der für das Jahr 2020 erwartet wird (573 Mrd. kWh), wäre der Anteil der Elektromobilität immer noch so gering (0,6%), dass er problemlos aus erneuerbaren Energien gedeckt werden könnte. Eine nachhaltige und klimafreundliche Elektromobilität wäre somit auch langfristig gesichert.

Die Studie ist online verfügbar

Die Untersuchung mit dem Titel „Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland im internationalen Vergleich und Analysen zum Stromverbrauch“ ist auf Datenbasis des Kraftfahrt-Bundesamtes, weiterer nationaler und internationaler Behörden sowie Flottenversuchen der Modellregion Bremen/Oldenburg entstanden.

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