CeBIT 2017

Sprechende Busse, Quantencomputer und Digitalisierung: CeBIT ist eröffnet

20.03.17 | Redakteur: Sebastian Gerstl

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung zur diesjährigen CeBIT. Die Kanzlerin sprach in Ihrer Rede insbesondere das Thema Digitalisierung an: Nicht nur die Politik, auch die Industrie sei gefordert, um sicherzustellen, dass keine Menschen beim digitalen Wandel zurückgelassen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung zur diesjährigen CeBIT. Die Kanzlerin sprach in Ihrer Rede insbesondere das Thema Digitalisierung an: Nicht nur die Politik, auch die Industrie sei gefordert, um sicherzustellen, dass keine Menschen beim digitalen Wandel zurückgelassen werden. (Bild: dpa - Bildfunk)

Wie löst man Staus in einer Mega-City auf, wie kann die Industrie Datensicherheit optimieren – und garantieren? Auf diese und weitere Trendfragen der Elektronik verspricht die diesjährige Messe CeBIT Antworten. Zur Eröffnung hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel einige mahnende Worte an die Industrie zur Digitalisierung bereit.

Die Technologiemesse CeBIT startet am Montag mit dem Versprechen, den digitalen Wandel mit konkreten Beispiel erlebbar zu machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht am Morgen den traditionellen Messerundgang. Zu der fünftägigen Veranstaltung mit über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden rund 200.000 Gäste erwartet. Die einstige Publikumsmesse wurde zuletzt auf Fachbesucher ausgerichtet. Aus dem diesjährigen Partnerland Japan ist Ministerpräsident Shinzo Abe dabei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Technologiemesse CeBIT mit dem eindringlichen Appell eröffnet, vom digitalen Wandel verunsicherte Menschen nicht zu missachten. Es gehe um „Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet“, sagte Merkel am Sonntagabend auf dem Messegelände von Hannover. Sie in das neue Zeitalter der Digitalisierung mitzunehmen werde die Politik aber nicht allein schaffen, sagte sie an die Adresse der Industrie. Man müsse unter anderem das Bildungssystem anpassen und zum lebenslangen Lernen kommen.

„Ist das gut für meinen Arbeitsplatz - oder ist das eine Gefahr für meinen Arbeitsplatz? Bin ich in der Lage, dem allem zu folgen - oder wer gibt mir die Bildung dafür? Bin ich ein Datenlieferant, und mit meinen Daten wird alles gemacht - oder welchen Schutz habe ich?“, umschrieb Merkel die Sorgen. Die Politik könne es aber nicht allein schaffen, die Menschen in das neue Zeitalter der Digitalisierung mitzunehmen, sagte sie an die Adresse der Industrie.

Europa sei oft langsam bei der Digitalisierung, räumte Merkel ein. „28 Mitgliedstaaten müssen sich natürlich einbringen“, erklärte sie. „Aber wir spüren, dass auf der Welt das Tempo hoch ist

und mit Japan haben wir einen Freund, der sich dieses hohe Tempo zu Nutzen macht.“ Europa und Deutschland könnten von Japan lernen, wie man Technologie offen gegenübertrete.

Auch der Ministerpräsidenten des diesjährigen Partnerlandes Japan, Shinzo Abe, sprach zur CeBIT-Eröffnung die sozialen Folgen der Digitalisierung an: „Wir dürfen keine Situation entstehen lassen, in der nur bestimmte Menschen Reichtum anhäufen oder Gesetzlose profitieren.“ Abe betonte, Japan fürchte sich nicht vor Technologien wie die künstliche Intelligenz: „Dass die Maschinen die Menschen ersetzen könnten, eine derartige Angst gibt es in Japan nicht.“

Zugleich sprach sich Merkel erneut für eine schnelle Standardisierung bei der Digitaltechnik aus. „Hier haben wir noch viel zu tun“, sagte sie und bekräftigte den Willen zu einem Freihandelsabkommen mit Japan.

Der Präsident des Digital-Branchenverbandes Bitkom, Thorsten Dirks, zeigte sich hoffnungsvoll, dass der digitale Wandel die Gesellschaft zum Besseren verändern könne: „Digitalisierung führt zu Demokratisierung, zuIintegration und Austausch, zu Transparenz und zu Teilhabe“. Es sei an der Zeit, sich wieder an diese Koordinaten einer offenen und pluralistischen Gesellschaft zu erinnern. „Lassen sie uns mit Digitalisierung Grenzen einreißen und damit ein Zeichen gegen die Spalter in unserer Welt setzen“, sagte Dirks, der ehemaliger Deutschlandchef des Telekommunikations-Konzerns Telefónica ist und zur Fluggesellschaft Eurowings wechselte.

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das gefehlt mir:Ich bin mal wieder sehr amüsiert. Die Rede von Frau Merkel passt gut in die 80er...  lesen
posted am 20.03.2017 um 19:43 von alexpcs

Ich bin mal wieder sehr amüsiert. Die Rede von Frau Merkel passt gut in die 80er Jahre. Wenn wir...  lesen
posted am 20.03.2017 um 15:22 von Unregistriert

Die Hansestadt Hamburg wird sich freuen, ihre Omnibus-Stau-Probleme ausgerechnet aus Hannover...  lesen
posted am 20.03.2017 um 15:07 von Unregistriert


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