Oszillatoren

Wie die MEMS-Technologie den Oszillatormarkt revolutioniert

15.12.11 | Redakteur: Thomas Kuther

MEMS-Oszillatoren: Bieten zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Quarz-Oszillatoren
MEMS-Oszillatoren: Bieten zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Quarz-Oszillatoren

MEMS-basierende Oszillatoren bieten im Vergleich zu herkömmlichen Quarz-Oszillatoren eine ganze Reihe von Vorteilen: Sie sind kleiner, unempfindlicher und darüber hinaus kostengünstiger.

Noch vor kurzem von den etablierten Oszillatoren-Herstellern als bloßes Wunschdenken abgetan und belächelt, entpuppen sich MEMS-basierte Oszillatoren inzwischen auch hinsichtlich Phasenrauschen und Jitterverhalten immer mehr als durchaus ernst zu nehmende Alternative zu klassischen Quarz-Oszillatoren.

Über Resonatoren, Oszillatoren und Taktgeneratoren

Ohne Taktsignal läuft in der Elektronik bekanntlich gar nichts. Das war so und wird auch in Zukunft so bleiben. Dabei werden entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Applikation unterschiedliche Komponenten wie Resonatoren, Oszillatoren oder Taktgeneratoren als Referenzsignalquellen genutzt.

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MEMS – die Technologie der Zukunft

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MEMS-VCXOs mit ±1600 ppm Ziehbereich

Der Resonator als Basiskomponente jedes Zeitgebers

Die Basiskomponente jedes Zeitgebers ist der Resonator, ein mechanisch schwingendes Bauelement, das zur Erzeugung des Taktsignals zusätzlich einen separaten Schwingkreis benötigt. Beim Oszillator – er liefert ein einzelnes Taktsignal – ist dieser Schwingkreis zusammen mit dem Resonator in einem kleinen Gehäuse mit vier oder sechs Anschlüssen untergebracht.

Taktgeneratoren sind da schon wesentlich komplexer aufgebaut. Je nachdem, ob einer oder mehrere Taktausgänge generiert werden sollen, beinhalten sie einen oder mehrere Phasenregelkreise (Phase Locked Loop, PLL), dazu kommt noch ein externer Referenzoszillator.

Stabilität der Taktfrequenz und gute Signalqualität sind entscheidend

Welche Variante davon auch zum Einsatz kommt – entscheidend sind letztlich immer die Stabilität der Taktfrequenz und eine möglichst gute Signalqualität, also möglichst kurze Anstiegs- und Abfallzeiten sowie ein präzise wiederholbarer Flankenverlauf. Wenn sich beides auch mit Quarzkristallen sicherstellen lässt, warum also dann auf MEMS-Technologie umsteigen?

Pragmatisch betrachtet gibt es nicht nur einen, sondern eine ganze Reihe von Gründen, die – abgesehen von ganz wenigen High-End-Anwendungen in Bereichen wie LTE, GPS oder High-End-Meßtechnik – einen Umstieg nahelegen. Da ist einmal die überzeugende Technik: MEMS-Oszillatoren sind quarzbasierten XOs, VCXOs oder TCXOs inzwischen hinsichtlich ihrer technischen Werte zumeist nicht nur ebenbürtig. Mit bis zu ±1600 ppm Ziehspannung (VCXO) und einer extrem geringen Linearitätsschwankung von <1% beispielsweise bei VCXOs werden die für Quarz-Oszillatoren typischen Werte teilweise sogar um ein Vielfaches übertroffen.

Gleichzeitig nutzen Hersteller wie SiTime ihr profundes eigenes Analog-CMOS-Knowhow zunehmend, um die Taktgeber mit zusätzlichen, nützlichen Funktionen wie symmetrische Signalausgänge, Spread-Spektrum, Frequenzselektion oder etwa eine SoftDrive-Funktion, welche die Programmierung des Ausgangsleistungssignalpegel ermöglicht, auszustatten. Dadurch lassen sich beispielsweise höhere Lasten treiben und EMI-Störungen reduzieren.

Extrem widerstandsfähige MEMS-Oszillatoren

Beeindruckend auch die Widerstandfähigkeit der MEMS-basierten Komponenten. Selbst Beschleunigungen bis zu 50.000 G, Vibrationen von 70 Grms, Drücke von 600 Bar und Temperaturen von -112 bis 110 °C wurden in umfangreichen Praxistests schadlos überstanden. Darüber hinaus sprechen auch einige interessante wirtschaftliche Aspekte für MEMS-Oszillatoren: Da sie mit Hilfe von Standard-Silizium-Herstellungsprozessen gefertigt werden, kann bei MEMS-Oszillatoren auf keramische Gehäuse und spezielle hermetische Verschlüsse verzichtet werden.

Die Unterbringung in standardisierten Kunststoffgehäusen hat unter anderem natürlich massive Kosteneinsparungen zur Folge. Dazu kommt, dass durch die einfache Programmierbarkeit in Verbindung mit Standard-Fertigungsverfahren die Lieferzeit für x-beliebige Frequenzen selbst bei großen Stückzahlen in der Regeln nur zwei bis drei Wochen beträgt.

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Trends sind eigentlich immer interessant. Wenns aber um grundlegende Bedeutungen wie hier der...  lesen
posted am 05.08.2011 um 08:32 von Heinhorn


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