National Semiconductor

Analogentwickler und Dekan der „Analog University“ Bob Pease verstorben

22.06.11 | Redakteur: Kristin Rinortner

Bob Pease, National Semiconductor: Mit Pease ist eine weitere Legende unter den Analogentwicklern verstorben. Besonders tragisch: Er hatte einen Autounfall auf dem Rückweg von der Beerdigung von Jim Williams, Analog-Guru bei Linear Technology.
Bob Pease, National Semiconductor: Mit Pease ist eine weitere Legende unter den Analogentwicklern verstorben. Besonders tragisch: Er hatte einen Autounfall auf dem Rückweg von der Beerdigung von Jim Williams, Analog-Guru bei Linear Technology.

Der Dekan von Nationals „Analog University“, Bob Pease, ist am 18. Juni 2011 verstorben. Pease trat 1976 in das Unternehmen ein und hat Generationen junger Analogdesigner im Unternehmen ausgebildet. Er hält 21 Patente und entwickelte mehr als 20 Integrierte Schaltkreise.

Nach seinem Abschluss in Elektrotechnik am MIT 1961 arbeitete Bob Pease bei George A. Philbrick Researches, die 1952 den ersten Operationsverstärker auf den Markt gebracht haben. Pease arbeitete dort an Operationsverstärkern auf Basis diskreter Halbleiterkomponenten für die Massenproduktion.

1976 ging er zu National Semiconductor nach Kalifornien, wo er u.a. Temperatur/Spannungs kompensierte Frequenzwandler entwickelte, die für medizinische Testzwecke auch auf den Expeditionen zum Mt. Everest in den 1980er Jahren verwendet wurden.

Er entwickelte ebenfalls einen seismischen Vorverstärker, der bei der Apollo-Mondmission verwendet wurde. Zu weiteren Designs gehören der Spannungs-Frequenzwandler LM331 und er justierbare Spannungsregler LM331.

Frühe Halbleiterentwicklung mit beeinflusst

„Bob war einer dieser Analogentwickler, der die frühe Halbleiterentwicklung erweiterte“, erklärt der ehemalige Kollege Paul Rako. „Er begann als einer der ersten mit Vakuumröhren und diskreten Halbleitern zu arbeiten, später dann mit monolithischen Analog-Schaltkreisen, hergestellt im Planarverfahren. Später kumulierte er sein Wissen bei seiner Arbeit als Applikationsingenieur.“

Die Reputaion von Pease stieg, als er die Geheimnisse des Analog-Designs mit Ingenieuren in der ganzen Welt teilte: Den Analog-Seminaren von National Semiconductor. Er beantwortete stundenlang Anrufe und E-Mails mit Fragen zur Analogentwicklung.

Während seiner Amtszeit schrieb er die monatliche Kolumne „Pease Porridge“ in der EDA über seine Erfahrungen in der Welt der Elektronikentwicklung und Applikation sowie andere Fachbeiträge. Er gab acht Bücher heraus, das berühmteste dürfte „Troubleshooting Analog Circuits“ sein.

Erroll Dietz, Vice President/High-Speed Products, erklärt: „Ich war immer erstaunt über Umfang an Wissen, den Bob beherrschte.“ Er war immer in der Lage unseren Kunden zu helfen, weil er willens war, ihre schwierigen Applikationsprobleme zu lösen. Er war zudem ein profilierter Autor und seine Artikel wurden von der Engineering-Community sehr beachtet.“

Ab 2003 moderierte Pease den ersten Online Webcast der Halbleiterindustrie, der auf das Analogdesign zugeschnitten war, die “Analog by Design Show”.

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